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Caritasverband lud Fachleute zum Austausch ein

Ein Netzwerk für todkranke Menschen

(13.07.2011) Wie kann sichergestellt werden, dass schwerstkranke Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt die bestmögliche Betreuung zu Hause erhalten? Antworten auf diese Frage suchten Fachleute jetzt auf Einladung des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen.

Palliativpflege Austausch-17Über die ambulante Betreuung schwerstkranker Menschen nach einem Krankenhaus-Aufenthalt sprachen Fachleute auf Einladung des Caritasverbandes.

Hinter Vera K. liegt ein langer Leidensweg. Vor fünf Jahren erkrankte die heute 50-Jährige an Gebärmutterhalskrebs. Weder Chemo-Therapien noch Bestrahlungen konnten die Krankheit stoppen. Im Gegenteil. Die Krebszellen bildeten Metastasen. Im März 2011 wurde die Therapie eingestellt.

Kurz darauf rief Vera K. in der 2009 gegründeten Palliativabteilung des Nettetaler Krankenhauses an. „Sie hatte starke Schmerzen, war depressiv, fühlte sich alleine, hatte keinen Appetit und war stark abgemagert“, sagte Elsbeth Steinfort, die ärztliche Leiterin der Palliativabteilung, als sie den Fall während der Veranstaltung im Viersener Haus der Caritas schilderte. Drei Wochen blieb Vera K. im Krankenhaus, wo man sich darum bemühte, ihr mit einer speziellen Schmerztherapie, Bädern, Wundmassagen und liebevoller Zuwendung so viel Lebensqualität wie möglich zu erhalten. Dann stellte sich die Frage, wo die todkranke Frau ihre letzte Lebensphase verbringen könnte: in einem Hospiz oder zu Hause, wie es die Patientin wollte?

Schon während des stationären Aufenthaltes wurde die Entlassung vorbereitet. Doris Zingsheim vom Krankenhaussozialdienst des Caritasverbandes im Nettetaler Krankenhaus knüpfte in Abstimmung mit den Ärzten ein Netzwerk für die Patientin: Der Ambulante Palliativpflegerische Dienst des Caritasverbandes pflegte die Frau zu Hause. Weiter eingebunden waren neben der Familie eine Schmerztherapeutin, ein Ernährungsservice, eine Apotheke und ein Sanitätshaus sowie die Hospizinitiative Kreis Viersen. Sie alle trugen dazu bei, dass Vera K. in ihrer gewohnten Umgebung bleiben konnte.

„Die Anfragen nach ambulanter Palliativpflege nehmen zu“, berichtete Susanne Kiepke-Ziemes, Koordinatorin des Projekts „Würdige Sterbebegleitung“ beim regionalen Caritasverband. Sie hatte Senioren-Sozialarbeiterinnen, Pflegeberater von Krankenkassen, Altenfachberater und Mitarbeiter von Krankenhäusern eingeladen, um das Thema zu erörtern. Seit 2006 beschäftigt sich der Caritasverband im Rahmen des von der Nettetaler Stiftung für Jugend und Alter finanzierten Projektes mit der Frage, wie schwerstkranke Menschen würdig begleitet werden können.

„Es ist wichtig, dass die professionell Beteiligten kompetent und gut beraten können, damit den betroffenen Familien geholfen wird“, sagte Beate Caelers, Leiterin des Bereichs Alter und Pflege – Ambulante und teilstationäre Hilfen beim Caritasverband. Viele Patienten und ihre Angehörigen seien mit den Antragsverfahren überfordert, fügte sie hinzu und appellierte auch an Mitarbeiter von Kommunen, sich als Dienstleister für die Betroffenen zu verstehen. Das bestätigte Birgit Karsch von der AOK: „Die bürokratischen Hürden sind zermürbend.“

Gundi Bachem, Leiterin der Familienpflege des Caritasverbandes, lenkte den Blick auf die Kinder von schwerstkranken jüngeren Frauen: „Sie tragen eine ungeheure Belastung.“ Hilfe gebe es nicht nur von den Krankenkassen, sondern auch von den Jugendämtern. Eltern sollten keine Angst haben, dass die Kinder wegen der Erkrankung der Mutter aus der Familie genommen würden. Bachem plädierte auch in diesem Punkt für eine sinnvolle Vernetzung, „damit die Kinder auch gesehen werden“.

Kontakt: Ambulanter Palliativpflegerischer Dienst des Caritasverbandes, Petra Johannsen, Tel. 02151-993611

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