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Lebenswertes Speckerfeld

Caritasverband hat Leitung des Bürgerbüros übernommen

(07.02.2012) Der Caritasverband für die Region Kempen-Viersen hat die Leitung des Projektes „Lebenswertes Speckerfeld“ übernommen. Die Sozialpädagogin Manuela Nazemi-Bogda arbeitet nun an zwei Tagen pro Woche im Bürgerbüro Breyell. Sie will die bisher geleistete Gemeinwesenarbeit nahtlos fortsetzen.

Die Sozialpädagogin Manuela Nazemi-Bogda (Mitte) vom Caritasverband für die Region Kempen-Viersen leitet ab sofort das Bürgerbüro Breyell.Die Sozialpädagogin Manuela Nazemi-Bogda (Mitte) vom Caritasverband für die Region Kempen-Viersen leitet ab sofort das Bürgerbüro Breyell. Willkommen hießen sie (von rechts): Nettetals Erster Beigeordneter Armin Schönfelder, Fachbereichsleiter Jochen Müntinga, Prokurist Klaus Mainz von der GWG für den Kreis Viersen AG, Bürgermeister Christian Wagner, Peter Babinetz (Geschäftsführer Caritasverband) und Michaela Lichy (Bereichsleiterin Caritasverband).

Das seit dem 1. Februar vom Caritasverband geleitete Bürgerbüro hat sich zu einer beliebten Anlaufstelle für die Anwohner und ehrenamtlich Engagierten im Wohngebiet Speckerfeld entwickelt, in dem die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen AG (GWG) 315 Wohnungen besitzt. Beispielsweise betreut das „Team Speckerfeld“ mit acht ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Hausaufgabenhilfe für mehr als 20 Kinder aus der Nachbarschaft. Seit Jahren feiern die Nachbarn einmal im Jahr das „Speckerfelder Sommerfest“. Regelmäßig werden im Bürgerbüro offene soziale Sprechstunden sowie eine Arbeitslosenberatung angeboten. Seit April 2011 ist die Geschäftsstelle des „Forums Ehrenamt“ im Bürgerbüro untergebracht. „Wir wollen die Eigenverantwortlichkeit der Menschen stärken“, sagt Nettetals Bürgermeister Christian Wagner.

Die Stadt Nettetal und die GWG finanzieren das Projekt „Lebenswertes Speckerfeld“. Dem regionalen Caritasverband ist es wichtig, dass die bislang von der Diakonie Krefeld & Viersen geleistete Arbeit ohne inhaltliche Brüche fortgeführt wird. Er hatte Ende Dezember den Zuschlag für die ausgeschriebene Trägerschaft erhalten, nachdem er sich auf Anfrage der Stadt Nettetal an dem Verfahren beteiligt hatte. Wagner: „Wir haben hier einen sehr kenntnisreichen und professionellen Träger, der jedoch die Bodenhaftung nicht verloren hat.“

Der Caritasverband verfügt über langjährige Erfahrungen in der lebensraumorientierten Sozialarbeit, wie Geschäftsführer Peter Babinetz erläutert. Er unterhält verschiedene Einrichtungen in diesem Arbeitsfeld, wie das Mehrgenerationenhaus Viersen, eine Begegnungsstätte, ein Freiwilligen-Zentrum und das Begegnungszentrum KRUMM in Willich. Darüber hinaus hat er in einer Wohnanlage der GWG mit mehr als hundert Sozialwohnungen in Viersen-Süchteln den „Treffpunkt Höhenstraße“ aufgebaut.

Auch dieses Gemeinwesenprojekt betreut Manuela Nazemi-Bogda, die nun zusätzlich an 15 Stunden in der Woche im Bürgerbüro Breyell arbeiten wird. Die 45-jährige Diplom-Sozialpädagogin ist seit 2007 in der Gemeinwesenarbeit des Caritasverbandes beschäftigt. Die Mutter von zwei Kindern ist ab sofort montags und donnerstags im Bürgerbüro für alle Anwohner und ehrenamtlich Engagierten erreichbar.

Manuela Nazemi-Bogda setzt auf die Selbstverantwortung der Nachbarn und möchte sie aktiv in die Gestaltung ihres Wohnumfeldes und des Zusammenlebens einbeziehen. „Zunächst will ich die Interessen der Bewohner kennen lernen, sie unterstützen und begleiten sowie Hilfe zur Selbsthilfe leisten“, sagt sie. Die neue Bürgertreff-Leiterin möchte auch die Vereine am Ort stärker in die Arbeit einbeziehen. Das bislang schon bestehende Netz an Kooperationen soll erweitert werden. So plant die Stadt Nettetal, Angebote des Jugendamtes im Wohngebiet zu etablieren, beispielsweise das Spielemobil oder die Besuche von Mitarbeiterinnen des Familienbüros.

Wie erfolgreich die Gemeinwesenarbeit im Wohngebiet Speckerfeld bislang war, illustriert Klaus Mainz, Prokurist der GWG: „Früher hatten wir deutlich mehr Mieterwechsel. Inzwischen ist die Fluktuationsquote von 17 auf elf Prozent gesunken.“


Info:
Seit Mitte 2001 wird in Breyell soziale Gemeinwesenarbeit geleistet. Träger waren bis zum 31. Oktober 2011 der Kreis Viersen, die Diakonie Krefeld & Viersen, die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen (GWG) und die Stadt Nettetal. Der Kreis hat sich zwischenzeitlich aus der Finanzierung des Bürgerbüros zurückgezogen, da die Stadt Nettetal ein eigenes Jugendamt eingerichtet hat und damit im Stadtgebiet für die Jugendhilfe zuständig ist. Den Part der Diakonie übernimmt nun der Caritasverband für die Region Kempen-Viersen. Die hauptamtliche Betreuung des Projektes „Lebenswertes Speckerfeld“ wird von zuletzt zehn auf 15 Stunden pro Woche erweitert.