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Caritas will Irmgardisstift erhalten

Süchtelner Altenheim wird zum Seniorenzentrum erweitert

(13.09.2013) Das denkmalgeschützte Altenheim Irmgardisstift Süchteln soll zu einem Seniorenzentrum für Süchteln weiterentwickelt werden. Der Caritasverband für die Region Kempen-Viersen sieht in dem Projekt die einzige Möglichkeit, das 1909 erbaute Wahrzeichen Süchtelns langfristig zu erhalten. Die Caritas plant verschiedene Umbaumaßnahmen im bestehenden Gebäude sowie einen Neubau auf dem bisherigen Parkplatz des Geländes.

Projekt Altenheim IrmgardisstiftPeter Babinetz, Dr. Ingeborg Odenthal, Peter Van Vlodrop und Architekt Gregor Dewey zeigen den Plan für das denkmalgeschützte Altenheim Irmgardisstift und den Neubau.„Wir müssen die baulichen Gegebenheiten schnellstmöglich verbessern, sonst droht die Schließung des Irmgardisstifts“, sagen die 1. Vorsitzende des Caritasverbandes, Dr. Ingeborg Odenthal, und Geschäftsführer Peter Babinetz: „Süchteln hätte dann kein Altenheim mehr, das Denkmal Irmgardisstift keine Nutzung.“

Geänderte gesetzliche Vorgaben und Ansprüche
Hintergrund sind zum einen geänderte gesetzliche Vorgaben: Spätestens ab 2018 müssen Altenheime über eine Einzelzimmerquote von mindestens 80 Prozent verfügen und komplett barrierefrei sein. Beides erfüllt das Irmgardisstift heute nicht, lediglich 40 der 94 Plätze können in Einzelzimmern angeboten werden. Zudem haben sich die Ansprüche der Bewohner und ihrer Angehörigen geändert, die großen Wert auf ein eigenes Zimmer legen und Pflegezentren bevorzugen. Und: Weil immer mehr Altenheim-Bewohner schwer pflegebedürftig sind, muss sich das Haus auch baulich neuen Pflegekonzepten stellen.

Die Caritas will deshalb ein Seniorenzentrum für Süchteln schaffen. Das Altenheim im bestehenden Gebäude wird barrierefrei gestaltet, es hat künftig 73 statt 94 Plätze, von denen einige für Kurzzeitpflege zur Verfügung stehen. Außerdem werden hier eine Tagespflege mit 14 Plätzen, ein Beratungsbüro, ein kleines Bistro und ein Friseursalon eingerichtet.

Neubau mit Hausgemeinschaften und Miet-Appartements
Mit diesen Angeboten allein könne das Irmgardisstift jedoch nicht annähernd wirtschaftlich betrieben werden, stellen Odenthal und Babinetz klar. Der Verband hat deshalb lange nach einem tragfähigen Konzept gesucht und sich entschieden, einen Neubau auf dem Gelände des bisherigen Parkplatzes zu errichten und über einen Brückengang mit dem Altbau zu verbinden. Hier werden vier Altenheim-Wohngruppen nach einem modernen Hausgemeinschaftskonzept mit weiteren 40 Plätzen entstehen. Das Altenheim verfügt dann über insgesamt 113 Plätze, davon 93 Einzelzimmer. Im dritten und vierten Geschoss des Neubaus werden 24 barrierefreie Miet-Appartements im Rahmen des Betreuten Wohnens errichtet. Die gesamte Maßnahme wurde vom Viersener Architekturbüro Dewey + Blohm-Schröder geplant.

„Mit diesem Konzept wird das Irmgardisstift zum Seniorenzentrum, erfährt architektonisch eine größere Aufgeschlossenheit und bleibt als Denkmal und Wahrzeichen Süchtelns erhalten“, betont Peter Babinetz. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro. Elf Millionen davon können über die spätere Belegung refinanziert werden. Der Caritasverband bringt 2,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln ein. „Wir gehen mit diesem Betrag absolut an unser Limit“, sagt Babinetz. Auch die Viersener Sparkassenstiftung beteiligt sich. Rund 1,5 Millionen Euro erhält die Caritas aus Zuschüssen und Spenden – so haben Süchtelner Bürger und Initiativen zugesagt, eine Million Euro zur Verfügung zu stellen.

Langfristige Verpflichtung
Bereits einmal haben Süchtelner Bürger dazu beigetragen, das Irmgardisstift zu erhalten. Als das Gebäude in den 1980er Jahren leer stand und vom Verfall bedroht war, leiteten sie eine dramatische Rettungsaktion ein. Dazu gehörten Peter Bröckskes sen., Werner Holthausen, Dr. Johannes Mackes, Hellmut Trienekens und der heutige Ehrenvorsitzende des Caritasverbandes, Peter Van Vlodrop. Sie erreichten, dass das mächtige Gebäude restauriert und zu einem Altenheim umgebaut werden konnte. Die Caritas erklärte sich bereit, die Trägerschaft zu übernehmen. „Der Verband ist damals eine langfristige Verpflichtung für das Haus eingegangen, der wir jetzt nachkommen“, erklärt Babinetz. Im November will die Caritas auf die Baustelle gehen, die Bauzeit hat sie auf rund zwei Jahre veranschlagt.

Info: Das von Clemens Caspar Pickel geplante Irmgardisstift ist ein Wahrzeichen Süchtelns. Es wurde 1909 als Mädchenpensionat der Franziskanerinnen eröffnet. Im und nach dem II. Weltkrieg wurde das Gebäude auf verschiedene Weise genutzt. Ab 1972 gab es nur noch vereinzelte Teil-Nutzungen, ansonsten stand das Haus leer. Es drohte der Verfall – bis Süchtelner Bürger die Rettung einleiteten. Am 29. April 1994 wurde das Altenheim Irmgardisstift in Trägerschaft des regionalen Caritasverbandes eröffnet. 

 

 

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