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Caritas protestiert in Düsseldorf

Altenpflege-Fachseminare fordern Kostendeckung

(08.05.2014) Schüler und Lehrer des Nettetaler Fachseminars für Altenpflege gehen auf die Straße: Sie demonstrieren am kommenden Montag in Düsseldorf für eine ausreichende Finanzierung des theoretischen Teils der Altenpflege-Ausbildung.

Zu der Kundgebung vor dem Landtag am 12. Mai, dem Tag der Pflege, werden rund 2.000 Teilnehmer aus ganz NRW erwartet. „Kostendeckung – was sonst? Die Ausbildung Altenpflege ist es wert!“, lautet das Motto der Veranstaltung. Aufgerufen haben dazu der Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS NRW) und der Pflegerat NRW.

Hintergrund: Die finanzielle Förderung der Fachseminare für Altenpflege durch das Land Nordrhein Westfalen sinkt seit Jahren. „Von einstmals 360 Euro pro Ausbildungsplatz und Monat schrumpfte die Förderung aktuell auf 280 Euro“, sagt Peter Babinetz, Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen, der das Fachseminar für Altenpflege in Nettetal unterhält. Die tatsächlichen Kosten liegen jedoch bei derzeit rund 360 Euro pro Platz und Monat, so Babinetz. Die Caritas befürchtet deshalb weitere Defizite bei ihrem Fachseminar, in dem rund 150 angehende Altenpfleger unterrichtet werden. Die Praxis erlernen sie in Altenpflegeeinrichtungen, mit denen sie auch den Ausbildungsvertrag schließen.

Es grenze an einen Skandal, dass das Land NRW die Fachseminare nach wie vor nicht ausreichend finanziere und die Träger finanziell im Regen stehen lasse, erklärt Babinetz: „Wie das zu den Klagen über den drohenden Pflegenotstand passt, bleibt das Geheimnis der verantwortlichen Politiker.“ Bereits heute hätten viele Altenpflege-Einrichtungen im Kreis Viersen mit Personalengpässen zu kämpfen. Der Fachkräftemangel könne nur behoben werden, indem man die Ausbildungszahlen enorm steigere.

Der regionale Caritasverband unterstützt eine vom BLGS und Pflegerat NRW initiierte Resolution. Darin wird das Land aufgefordert, die Fachseminare für Altenpflege mit den benötigten finanziellen Mitteln auszustatten und die tatsächlich anfallenden Kosten zu übernehmen. Babinetz: „Verbindliche Qualitätsstandards können zu einer weiteren Kostensteigerung führen. Auch diese muss vom Land NRW vollumfänglich übernommen werden.“ Wenn es die nordrhein-westfälische Politik ernst meine mit einer hochwertigen Betreuung alter Menschen, müsse sie jetzt handeln, betont der Caritas-Geschäftsführer. Er hofft, dass die Kundgebung am kommenden Montag dazu beiträgt. „Sonst sind am Ende die pflegebedürftigen alten Menschen die Leidtragenden“, betont Babinetz.