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Pionierarbeit der Caritas ausgezeichnet

Verband erhielt Palliativ-Preis für neue Fortbildung

(04.07.2014) Der Caritasverband für die Region Kempen-Viersen ist mit dem Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung ausgezeichnet worden. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin würdigte damit die Pionierarbeit der Caritas auf dem Gebiet der systemischen Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen.

Preisverleihung an den Caritasverband für die Region Kempen-ViersenDer Caritasverband für die Region Kempen-Viersen erhielt in Düsseldorf den Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Auf dem Foto von rechts: Peter Babinetz, Prof. Dr. Gerhild Becker (Juryvorsitzende, verdeckt), Dr. Wilhelm Rotthaus, Heike Waldhausen, Susanne Kiepke-Ziemes, Dr. Detlef von Zabern (Grünenthal GmbH) und DGP-Präsident Prof. Dr. Friedemann Nauck.Im vergangenen Jahr schlossen 18 Pflegefachkräfte die bundesweit erste Fortbildung zu „Systemischen Beratern in der Pflege“ ab. Sie hatten zuvor gelernt, die gesamte Familie in den Blick zu nehmen, die Bedürfnisse der Beteiligten zu erfragen, komplexe Situationen in den Familien zu analysieren und hilfreiche Impulse für Änderungen zu geben. Damit wollte der Caritasverband die häuslichen Pflegesysteme stärken, wie Geschäftsführer Peter Babinetz erläutert. Er weiß: „Schwerstkranke Menschen wollen zu Hause gepflegt werden und dort auch sterben.“

Susanne Kiepke-Ziemes hatte das Pilotprojekt ins Leben gerufen. Sie koordiniert das Thema „Würdige Sterbebegleitung“ im ambulanten Bereich des regionalen Caritasverbandes. Bereits seit fast acht Jahren kümmert sich die Caritas um die Frage, wie die Bedürfnisse von sterbenden Menschen und ihren Angehörigen bestmöglich erfüllt werden können. Diese intensive Beschäftigung mit dem Thema wird finanziell ermöglicht durch die Nettetaler Stiftung zur Unterstützung von Jugend und Alter.

„Wenn ein Familienmitglied stirbt, stellt das hohe Anforderungen an das gesamte System Familie mit allen wichtigen Zugehörigen“, sagt Susanne Kiepke-Ziemes. Alle Betroffenen benötigten eine wertschätzende Begleitung, die ihre Wünsche und Bedürfnisse wahrnehme sowie Trauer, Hoffnung und Verzweiflung der Beteiligten anspreche. „Trotz allem guten Willen treten häufig Konflikte und Missverständnisse zwischen dem Schwerstkranken und seinen Zugehörigen auf, die eine optimale Betreuung verhindern“, so die Caritas-Mitarbeiterin. Mit der innovativen Fortbildung erhalten Pflegefachkräfte die erforderliche Beratungskompetenz, um solche Probleme zu thematisieren und dazu beitragen zu können, dass die Betroffenen sie lösen.

Die Lehrpläne für die nun preisgekrönte einjährige Fortbildung entwickelte Kiepke-Ziemes mit Dr. Wilhelm Rotthaus, dem langjährigen Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie Viersen, und Heike Waldhausen, Lehrende für Systemische Therapie. Gemeinsam mit Caritas-Geschäftsführer Babinetz nahmen sie den vom Pharmaunternehmen Grünenthal gestifteten Preis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) in Höhe von 4.000 Euro während des 10. DGP-Kongresses in Düsseldorf entgegen. Eine unabhängige, mit fünf Wissenschaftlern besetzte Jury hatte das Caritas-Konzept ausgewählt.

„Für den Caritasverband ist diese Auszeichnung auch ein Ansporn, uns weiter intensiv für schwerstkranke und sterbende Menschen einzusetzen“, betont Peter Babinetz. Derzeit läuft bereits ein zweiter Fortbildungskurs. Das Interesse in Fachkreisen ist groß: Der Caritasverband erhält Anfragen aus ganz Deutschland. „Auch Ärzte, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter wollen mehr über das Projekt erfahren“, berichtet die zuständige Bereichsleiterin Beate Caelers.