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„Weit weg ist näher als du denkst"

Pfarrgemeinden feiern am Wochenende den Caritassonntag

(24.09.2014). „Weit weg ist näher als du denkst“ – unter diesem Motto steht der Caritassonntag am kommenden Wochenende, 28. September. Zahlreiche Pfarrgemeinden in der Region beschäftigen sich in ihren Gottesdiensten mit der „globalen Nachbarschaft“.

Weit weg ist näher als du denkst - das Motto des Caritassonntags 2014 „Weit weg ist näher als du denkst“ – unter diesem Motto steht der Caritassonntag am kommenden Wochenende. Zum besseren Zusammenleben der Angehörigen von Menschen unterschiedlicher Herkunft trägt der regionale Caritasverband mit seiner Gemeindesozialarbeit bei, wie hier bei einem Kinderfest im Breyeller Wohngebiet Speckerfeld.„Das Thema des Caritassonntags richtet das Scheinwerferlicht auf Menschen, die es nicht leicht haben und ausgegrenzt werden“, sagt Peter Babinetz, Geschäftsführer des regionalen Caritasverbandes. Oft seien es ganz praktische Hilfen, die Migranten das Leben hierzulande erleichterten. So habe das Freiwilligen-Zentrum des Caritasverbandes in Willich einen Dolmetscher-Pool aufgebaut für Menschen, die sich auf Deutsch nur schwer oder gar nicht verständigen können. Inzwischen engagieren sich hier zehn ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger, die unter anderem arabisch, russisch, japanisch, französisch und viele weitere Sprachen sprechen. Das Freiwilligen-Zentrum vermittelt sie bei Bedarf an soziale Einrichtungen und gemeinnützige Organisationen, beispielsweise an Kindertageseinrichtungen oder an die Pfarrcaritas.

„Integration kann nur gelingen, wenn man den Menschen den Raum und die Möglichkeiten gibt, sich über Grenzen hinweg zu begegnen“, weiß Manuela Nazemi-Bogda. Die Sozialpädagogin der Caritas betreut den „Treffpunkt Höhenstraße“ in Süchteln und das BürgerBüro Breyell. In beiden Wohngebieten leben zahlreiche Menschen, die aus aller Herren Länder nach Deutschland gekommen sind. In einer Mädchengruppe für 14- bis 18-Jährige aus der Wohnanlage „Höhenblick“ in Süchteln etwa treffen sich Olga aus Russland, Natalie aus Polen, Bernice aus Togo und Lena aus Deutschland. Sieben junge Männer ganz unterschiedlicher Herkunft spielen regelmäßig Poker ohne Geldeinsatz. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen helfen beim alljährlichen Sommerfest in der Wohnanlage und streichen demnächst das „Treffpunkt“-Büro neu.

Viele verschiedene Nationalitäten leben auch im Breyeller Wohngebiet Speckerfeld. Hier bietet die Caritas beispielsweise von montags bis freitags eine Hausaufgabenbetreuung für Grundschulkinder sowie zweimal in der Woche einen Lesekreis an. Fast 20 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich hier. Manchmal stellt Manuela Nazemi-Bogda einfach eine Bierzeltgarnitur auf den Rasen, dazu einige Spiele, Bastelmaterialien und Bälle, und lädt so die Kinder des Wohngebiets zum Mitmachen ein. „Auf diese Weise können Vorurteile und Ressentiments zwischen den unterschiedlichen Nationalitäten abgebaut werden“, sagt sie.

Das Motto des Caritassonntags, „Weit weg ist näher als du denkst“, thematisiert auch die Zusammenhänge in einer globalisierten Welt. „Wir sind alle ,globale Nachbarn’, und unser Verhalten in den reichen Ländern wirkt sich auf die Lebensbedingungen in armen Ländern aus“, erläutert Peter Babinetz. Der Caritas-Geschäftsführer erinnert daran, dass die weltweiten Verflechtungen die Menschen auch mit ihrer individuellen Verantwortung konfrontieren. So sei wohl den wenigsten Handy-Nutzern bewusst, dass das für die Produktion ihres Gerätes erforderliche Tantal meist unter menschenunwürdigen Bedingungen gefördert werde. Auch über die Entsorgung ihres Smartphones denke kaum ein Nutzer nach. „Unsere alten Geräte landen häufig auf den Müllhalden Afrikas, wo die Menschen, darunter viele Kinder, gezwungen sind, sie unter gesundheitsschädigenden Bedingungen zu entsorgen“, so Babinetz. Dies fordere zum Nachdenken darüber auf, ob wirklich immer das neueste Smartphone oder der leistungsstärkste PC nötig seien.