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Gertrud Fernand wurde 106

Die älteste Bürgerin Nettetals hat viel Humor

(20.10.2014) 106 Jahre wurde Gertrud Fernand, die älteste Bürgerin Nettetals, am Montag. Ihren Geburtstag feierte sie mit ihrer Familie und Nachbarn. Zu den Gratulanten gehörte auch Bürgermeister Christian Wagner.

Gertrud Fernand106 Jahre wurde Gertrud Fernand am Montag. Fünfmal pro Woche besucht die älteste Bürgerin Nettetals die Tagespflege des Caritasverbandes, wo sie gerne ein Schwätzchen mit Leiterin Petra Beck (links) hält.Italienische Designer-Brille, graue Jeans, grau-weiß gestreifter Pulli, dazu ein Strick-Poncho und ein Schal aus Pelz – sehr chic sitzt Gertrud Fernand in ihrem gemütlichen Sessel in der Tagespflege Nettetal des Caritasverbandes. Seit sieben Jahren kommt sie fünfmal pro Woche hierher. Die Seniorin lebt bei ihrer Tochter Jutta Werle (70) und ihrem Schwiegersohn Hermann in Nettetal-Rennekoven, wo sie liebevoll umsorgt wird. Sie hat zwei Enkel und vier Urenkel.

„Sie ist eine absolute Frohnatur“, sagt Petra Beck, die Leiterin der Tagespflege, über ihren mit Abstand ältesten Gast. Eine Kostprobe ihres verschmitzten Humors gibt Gertrud Fernand denn auch prompt: „Ich fühle mich wohl hier. Die tun mir ja nichts“, sagt sie lächelnd. Und fügt dann ernst hinzu: „Ich bin gerne in Gesellschaft.“ Das war schon immer so. Über Jahrzehnte traf sich die gebürtige Krefelderin jede Woche mit einem festen Kreis von Freundinnen zum Rommé spielen, sie hat in einem Chor gesungen und sich gerne mit Stricken und Handarbeiten beschäftigt. Von ihrem 17. Lebensjahr an arbeitete sie als Sekretärin in der Ingenieur-Textilschule in Krefeld. Hier lernte sie auch ihren Mann Franz kennen, einen Wiener „mit viel Charme“, wie sie sagt. 58 Jahre war das Paar verheiratet. 1998 starb der Ehemann.

Seit ihrer Jugend ist Gertrud Fernand auf einem Auge blind, auf dem anderen hat sie seit vielen Jahren nur noch zwei Prozent Sehkraft. Das hält sie nicht davon ab, in der Tagespflege alte Volkslieder mitzusingen. „Sie ist beeindruckend textsicher und kann zudem viele Gedichte rezitieren“, erzählt Petra Beck.

„An den meisten Tagen geht es mir prima “, sagt Gertrud Fernand. Ihr ganz persönliches Rezept für ihr langes Leben hat sie Petra Beck einmal verraten: Die 106-Jährige isst jeden Morgen ein Frühstücksei. Und: „Ich habe die Dinge immer so angenommen, wie sie kamen.“