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Erklärung des Vorstandes und des Caritasrates des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen zur Entscheidung, kein weiteres Altenheim in Süchteln zu bauen


(29.11.2018) Zur am Mittwoch bekannt gegebenen Entscheidung, dass der Caritasverband kein weiteres Altenheim in Süchteln bauen wird, haben der Vorstand Peter Babinetz und Christian Schrödter sowie der Vorsitzende des Caritasrates, Harald Jansen, heute in einem Pressegespräch Stellung bezogen und folgende Erklärung abgegeben.

Die zuständigen Gremien des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen haben nach intensiven Beratungen entschieden, dass der Verband den bisher verfolgten Plan, ein weiteres Altenheim in Süchteln errichten zu lassen, aufgibt und als Bauherr zurücktritt. Gleichzeitig betonen der Vorstand und der Caritasrat als Aufsichtsgremium erneut, dass ihre Entscheidung ausschließlich das geplante neue Altenheim betrifft. Der regionale Caritasverband wird sein bisheriges Angebot für ältere Menschen in Süchteln aufrechterhalten und sowohl das Altenheim Irmgardisstift mit 40 Plätzen als auch die 24 Betreuten Wohnungen im selben Gebäude und die im vergangenen Jahr eröffnete Tagespflege weiter betreiben.

Vorstand und Caritasrat betonen, dass ihnen die jetzt getroffene Entscheidung außerordentlich schwergefallen ist. Als Caritas ist es unsere Aufgabe, Menschen zu unterstützen, die Hilfe benötigen. Vorstand und Caritasrat bedauern sehr, dass der Caritasverband dies in Süchteln nun nicht in dem Umfang leisten kann, wie viele Menschen es sich gewünscht haben und wie es sich der Verband vorgenommen hatte.

Grund für die Entscheidung des Caritasverbandes sind die wirtschaftlichen Risiken, denen er sich bei einem Festhalten an den Plänen aussetzen würde. Vorstand und Caritasrat erinnern daran, dass der Caritasverband nach der Schließung des Altenheims im Altbau des Irmgardisstifts die Verpflichtung gesehen hat, in Süchteln weitere stationäre Altenpflegeplätze zu schaffen. Der Verband hat jedoch immer darauf hingewiesen, dass er das Projekt nur dann realisieren kann, wenn gewährleistet ist, dass sich die Kosten innerhalb des vom Land NRW vorgegebenen refinanzierbaren Rahmens bewegen. Dazu ist er als gemeinnütziger Träger gehalten. Auch sein Spitzenverband, der Caritasverband für das Bistum Aachen, hat darauf verwiesen, dass nur gemäß der vom Gesetzgeber gemachten Vorgaben für die Refinanzierung von Altenheim-Neubauten gebaut werden dürfe.

Das Land sieht aktuell Investitionsausgaben von rund 105.000 Euro pro Pflegeplatz vor. Daraus ergibt sich für die betriebsfertige Erstellung des vom Caritasverband konzipierten Altenheims mit 72 Plätzen ein Budget von rund 7,6 Millionen Euro. Es war früh klar, dass es eine große Herausforderung bedeutet, im Rahmen dieses Budgets das geplante Altenheim zu errichten. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg liegt inzwischen ein Kostenrichtwert von 140.000 Euro pro Pflegeplatz vor.

Nicht refinanzierbar ist nach den NRW-Vorgaben der Kauf eines Grundstücks durch den Bauherrn. Die deshalb für das Grundstück an der Grefrather Straße in Süchteln angedachte Lösung im Rahmen des Erbbaurechts konnte nicht verwirklicht werden. Dies war für den Caritasverband Anlass, die Situation neu zu bewerten – auch vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Baupreise. Niemand könne zum jetzigen Zeitpunkt mit Sicherheit sagen, ob der enge Budgetrahmen eingehalten werden kann, so Vorstand und Caritasrat. Die verantwortlichen Gremien gehen davon aus, dass der Verband dafür erhebliche Abstriche an dem von ihm erarbeiteten Pflegestandard und der Betreuungskonzeption machen müsste. Um diese Fragen verbindlich beantworten und Einsparpotenziale identifizieren zu können, müsste der Caritasverband weitere rund 150.000 Euro an Planungskosten investieren.

Vorstand und Caritasrat sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich der Caritasverband als regionaler gemeinnütziger Träger hohen wirtschaftlichen Risiken aussetzen würde, wenn er das Projekt weiterverfolgt. Dies kann der Verband auch mit Blick auf seine bestehenden sozialen und pflegerischen Unterstützungs- und Hilfsangebote in der Stadt und im Kreis Viersen nicht verantworten. Der regionale Caritasverband hat sich nach der Schließung des Altbaus des Irmgardisstifts vor mehr als drei Jahren wieder wirtschaftlich erholt. Nur ein wirtschaftlich stabiler Caritasverband kann die zahlreichen sozialen und pflegerischen Aufgaben, die er täglich für die Menschen im gesamten Kreis Viersen leistet, erfüllen und den rund 570 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein verlässlicher Arbeitgeber sein.

Vorstand und Aufsichtsgremium des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen danken allen, die gemeinsam mit dem regionalen Caritasverband an dem Vorhaben gearbeitet haben: den Verantwortlichen in den zuständigen Behörden der Stadt und des Kreises Viersen und den beteiligten Unternehmern, Architekten, Planern und Fachleuten. In dem Projekt stecken viele Stunden engagierte Arbeit, viel Herzblut und erhebliche Vorlaufkosten.

Vorstand und Caritasrat bedauern sehr, dass der Caritasverband für die Region Kempen-Viersen aus den genannten Gründen über die von ihm in Süchteln vorgehaltenen 40 Altenheimplätze hinaus keine weiteren stationären Pflegeplätze schaffen kann.