Die Mitglieder der Vertreterversammlung des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen nahmen den Jahresbericht 2025 entgegen.Caritas / Balsen
Mit der steigenden Zahl an Mitarbeitenden hat sich 2025 eine Entwicklung fortgesetzt, die der regionale Caritasverband seit nunmehr drei Jahren verzeichnet. Das liegt auch an einer intensiven Personalmarketing-Kampagne, die mit dem zentralen Slogan "DU zählst!" für eine Beschäftigung bei der Caritas wirbt. "Dabei geben Mitarbeitende authentische Einblick in unseren Verband", sagt Vorstand Christian Schrödter. Alleine auf seinen Social-Media-Kanälen habe der regionale Caritasverband im vergangenen Jahr rund 1,4 Millionen Aufrufe gehabt. "Wir stellen fest, dass die Zahl der Bewerbungen steigt", berichtete Schrödter jetzt während der Vertreterversammlung, die das höchste Beschlussgremium des Verbandes ist.
Die Caritas in der Regon Kempen-Viersen bezeichnete der Vorstand als "handlungsfähige und werteorientierte Organisation, die soziale Verantwortung, wirtschaftliche Vernunft und Mitarbeitendenorientierung miteinander verbindet". Akzente setzte der Verband im vergangenen Jahr mit einer starken Ehrenamtsarbeit und Sozialraumorientierung. Als innovative Projekte nannte Christian Schrödter beispielhaft die Stadtteilrallyes in Willich und die Rikscha-Fahrten mit dem "Niersflitzer". Über 1.500 Menschen wurden 2025 von der Schuldner- und Insolvenzberatung unterstützt. 46 von ihnen hatten Schulden von jeweils mehr als 100.000 Euro. Um früh über den Umgang mit Geld zu informieren und die Finanzbildung von Jugendlichen zu stärken, gingen Schuldnerberaterinnen der Caritas in Schulen.
Die sechs Caritas-Pflegestationen im Kreis Viersen betreuten im Jahr 2025 insgesamt 5.700 Patientinnen und Patienten und damit deutlich mehr als im Jahr zuvor (5.363). Zurück ging hingegen die Zahl der erbrachten Leistungen. "Wir haben in der ambulanten Pflege mehr Kunden, die aber weniger Unterstützung in Anspruch nehmen", so der Caritas-Vorstand. Hinzu kommt eine Entwicklung, die sich schon länger abzeichnet: Immer mehr Menschen greifen erst sehr spät auf Hilfsangebote in der Pflege zurück. "Viele entscheiden sich erst dafür, wenn es gar nicht mehr anders geht", erklärt Christian Schrödter. Erfreulich sei hingegen, dass die Zahl der Besuchstage in den derzeit fünf Caritas-Tagespflegen im vierten Jahr in Folge gestiegen ist, und zwar um rund 2,5 Prozent. Diese Betreuungsform, bei der die Gäste den Tag gut betreut gemeinsam verbringen und nachmittags in ihre Wohnung zurückkehren, sei ein wichtiger Baustein, damit ältere Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben können. Eine weitere Tagespflege will die Caritas demnächst in Schwalmtal-Waldniel eröffnen.
Im Haus der Caritas in Viersen fand die Vertreterversammlung statt.Caritas / Balsen
In den drei stationären Pflegeeinrichtungen des Caritasverbandes in Viersen, Süchteln und Waldniel können insgesamt rund 220 Menschen leben. Fast zwei Drittel aller Bewohnerinnen und Bewohner hatten im vergangenen Jahr die beiden höchsten Pflegegrade 4 und 5. Insgesamt 14 Bewohner waren unter 70 Jahre alt, fünf hatten bereits das 100. Lebensjahr überschritten. Durchschnittlich leben die Menschen zwischen zweieinhalb und knapp drei Jahren in einer der drei Einrichtungen, so Vorstand Ulrich Krause.
Der Vorstand freut sich über die leicht gestiegene Zahl von 569 Mitarbeitenden, die Ende 2025 in den Diensten und Einrichtungen sowie in der Verwaltung des regionalen Caritasverbandes beschäftigt waren. 33 Nachwuchskräfte erlernten hier ihren Beruf. Fast ein Drittel der Mitarbeitenden war jünger als 40 Jahre. Christian Schrödter: "Es ist gut und wichtig, dass wir Menschen finden, die unsere Dienste unterstützen." Er wies zudem auf die "stabile Mitgliederbasis" hin: Etwa 1.200 Frauen und Männer gehören dem regionalen Caritasverband an, der ein eingetragener Verein ist.
Der Jahresbericht 2025 ist auf der Website www.caritas-viersen.de (direkter Link) abrufbar.
Günter Neumann an der
Spitze des Caritasrates
Neu formiert hat sich der Caritasrat, das ehrenamtliche Aufsichtsgremium des Verbandes. Drei langjährige Mitglieder hatten zuvor aus Altersgründen nicht mehr kandidiert, darunter der bisherige Vorsitzende Harald Jansen. An der Spitze des Caritasrates steht nun Günter Neumann (68) aus Viersen. Der Bankkaufmann im Ruhestand war bisher schon stellvertrender Vorsitzender. Dieses Amt hat Christoph Venedey übernommen, Leiter des Hubertusstifts in Willich-Schiefbahn. Außerdem engagieren sich künftig im Caritasrat: Frank Brünker, Stephan Fiedler, Susanne Mengen, Dr. Wolfgang Meurer, Thomas Neef und Astrid Samuel sowie aus dem Kreis der Priester und Diakone Pastoralreferent Harald Hüller.