Stellvertretend für das gesamte Team der Begegnungsstätte Schiefbahn hießen sie die Gäste herzlich willkommen (v. l.): Leiterin Melina Friedrich, die Mitarbeiterinnen Michaela Kremer und Sabine Grünheid, Quartiersmanagerin Jeannette Gniot, Caritas-Vorstand Christian Schrödter und Mitarbeiterin Sabine Gerling.Caritas
Schon zeitig vor dem offiziellen Start fanden sich die ersten Besucherinnen und Besucher am farbenfroh geschmückten Zugang ein. Viele kamen zu Fuß oder mit dem Fahrrad; die Wege zur Begegnungsstätte im Herzen des Stadtteils sind in vielerlei Hinsicht kurz. Zur Begrüßung gab’s direkt ein Kompliment in Form einer bunten Postkarte des Caritasverbandes. Darauf waren Sätze zu lesen wie "Schön, dass es DICH gibt!" oder "DANKE für deine Zeit!"
Damit fanden die Gäste bester Laune einen gelungenen Einstieg in die Meet & Greet-Zone, in der ehrenamtlich Engagierte über die vielfältigen Angebote der Begegnungsstätte informierten. An den Wänden hingen beeindruckende Werke der Acryl-Mal-Gruppe und eine große Fotocollage mit Szenen aus dem Repair-Café. Schneidermeisterin Josefa Brzeski freute sich über Teilnehmerinnen ihrer Näh-Gruppe, die an diesem Nachmittag als Models mit selbstgefertigten Kleidungsstücken zu Besuch kamen. Journalist Detlef Freihoff hatte sich eigens für den Tag einen interaktiven Info-Point einfallen lassen: Durch Antippen eines Schlagworts auf dem Terminal, zum Beispiel "Digital-Paten", zu denen der Tüftler selbst gehört, wurden auf einem großen Bildschirm Fotos, Beschreibungen und Aktuelles dazu angezeigt.
Auf dem Weg in den Garten, wo fleißig Steine bemalt wurden, die später einen "Weg der Begegnung" säumen werden, stärkten sich viele Gäste erst einmal mit Kaffee und Kuchen. Dieses Angebot konnte kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, da die Stadt Willich den "Tag der Begegnung" im Rahmen ihres Aktionsjahrs gegen Einsamkeit mit einer Mikroförderung unterstützte. Bewegung nach dem leckeren Schmaus und gleichzeitig viel Spaß verschaffte die Teilnahme an der interaktiven, durch eine kostenfreie App gestützten Stadtteilrallye, die das Quartiersmanagement Schiefbahn unter Leitung von Jeannette Gniot entwickelt hat. Das Angebot ist übrigens mit dem Heimatpreis der Stadt Willich ausgezeichnet worden.
Auch das Freiwilligen-Zentrum Willich engagierte sich, sodass sich die überwiegend älteren Gäste nicht nur über das aktuelle Programm an der Hochstraße informieren konnten, sondern außerdem erfuhren, welche Einsatzmöglichkeiten es für eine eigene ehrenamtliche Tätigkeit gibt. Das Freiwilligen-Zentrum wird ebenfalls vom Caritasverband für die Region Kempen-Viersen getragen, und das bereits seit 24 Jahren. 15 Jahre sind es bei der Begegnungsstätte, beide werden sie vor Ort von Gemeindesozialarbeiterin Melina Friedrich koordiniert. Sie hat mit ihrem Team aus haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden bereits im April mit den Vorbereitungen für die Veranstaltung begonnen und ist begeistert von den vielen kreativen Ideen, die bei der gemeinsamen Planung entstanden sind.
2025 kamen mehr als 10.300 Besucherinnen und Besucher in die Begegnungsstätte - im Jubiläumsjahr darf diese Zahl nach Auffassung der Organisatoren gern noch deutlich übertroffen werden. Wie das Aktionsjahr der Stadt Willich ist auch die Kampagne der Caritas 2026 auf die Gemeinschaft und das Verbinden der Menschen untereinander ausgerichtet. "Ich freue mich sehr, dass das Team heute ein so vielfältiges Angebot auf die Beine gestellt hat und so viele interessierte Menschen erreicht, die hier Gemeinschaft finden und damit der eigenen Einsamkeit vorbeugen können", sagte Caritas-Vorstand Christian Schrödter. Und selbst wenn sie bereits Einsamkeit erleben und es ihnen vielleicht schwerfällt, sich wieder zu aktivieren: Zur offenen, lebendigen Begegnungsstätte im Herzen von Schiefbahn führen ganz viele Wege - und alle sind kurz.